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Namyo
Tantra – Massagen voller Hingabe
ACBU9455

Anna Gönna im Interview mit "full on Love"
am 02. März 2015

Gönna, du beschäftigst dich schon seit Jahren mit diversen Massagetechniken. Was genau bietest du in deiner Massagepraxis an?

Ich habe mich auf Tantramassagerituale für Frauen, Männer und Paare spezialisiert, biete aber auch TAO-Massage-Ausbildungen für Paare an.

Was genau ist Tantra? Was für Spielarten gibt es?

Tantra ist ursprünglich eine in Tibet und Nordindien beheimetete buddhistische Lehre und Praxis. Sie wird auch heute noch in dortigen Klöstern von Mönchen und Nonnen in Meditation und geistiger Schulung praktiziert. Da sie alle Aspekte des Lebens als göttlichen Ausdruck ehrt, hat auch der indische Lehrer Osho häufig daraus zitiert und sie so vielen westlichen Schülern vertraut gemacht.

Die Technik der Tantramassage wurde auf Basis dieser Lehre erst vor ca. 18 Jahren von Andro, einem Masseur und Zen-Mönch in Berlin konzipiert und seitdem laufend weiterentwickelt. Sie ist also tatsächlich eine junge deutsche Erfindung, die sich langsam über die westliche Welt ausbreitet. Im Kern der Massagerituale steht die liebevolle Wertschätzung und Berührung des ganzen Körpers mit all seinen Sinnen.

In die Entspannungsmassage werden auch die intimen Bereiche einbezogen. Hierbei geht es weniger um die sexuelle Entspannung, als viel mehr um die Erfahrung der völligen Hingabe in das enorme Lustpotential des eigenen Körpers und die Nutzbarmachung dieser elementaren Kraft.

Wie bist du zum Thema Spiritualität gekommen?

Schon als Schülerin habe ich Antworten auf die wichtigen Lebensthemen gesucht: Wer sind wir? Warum passiert so viel Unverständliches? Was kann der Sinn und das Ziel meines Lebens sein? Was ist meine Aufgabe? Habe ich eine Berufung?

So begann ich bereits mit 17 Jahren Psychologie-Seminare zu besuchen und habe mich im Laufe der Jahre intensiv mit der Mystik und Essenz der großen Religionen beschäftigt. Ganz bewusst habe ich mich für die buddhistische Ethik zur Grundlage meines Handelns entschieden. Bei vielen wirklich wunderbaren Retreats des vietnamesischen Mönch Thich Nhat Hahn und dessen „Partnerin“ Chang Khong in Deutschland wurde ich seine Schülerin. Auch hatte ich mehrmals das Glück, dem Dalai Lama, dem spirituellen Oberhaupt des tibetischen, tantrischen Buddhismus zu begegnen, und viel von ihm zu lernen.

Und wie zum Thema Tantra?

Tantra ist eine von vielen weiblichen Werten geprägte spirituelle Praxis. So unterscheidet sie nicht zwischen „Gut“ wie z.B. Askese, Geist oder Hierarchie im Gegensatz zu „Schlecht“ wie z.B. Sinnlichkeit, Körperlichkeit oder zyklisches „Kreis“denken.

Ich kam 1999 ganz unspektakulär zur Tantramassage, die dann auch sofort beruflich ausübte, weil die Zeit “reif” war. Eine Kollegin bat mich in ihrer Praxis auszuhelfen, da sie wusste, dass ich gut massieren kann. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte noch nie selbst eine Tantramassage gegeben, fühlte mich aber sofort sehr wohl damit. Es war fast so als ob ich mich jahrelang innerlich auf diese Aufgabe vorbereitet und die Tantramassage mich dann nach 19 Jahren Aus- und Weiterbildungen in Massagetechniken quasi von allein „gefunden“ hatte. Bisher hatte ich nur „nebenbei“ Massagen gegeben und war nun bereit die volle Verantwortung für meine Fähigkeiten zu übernehmen und in diesem Gebiet für Menschen hilfreich begleitend tätig, bzw. einfach begleitend für sie da zu SEIN.

Mir ist bewusst, dass dieses SEIN für viele schwer verständlich ist, da sie dieses SEIN bisher noch gar nicht kennen gelernt haben. Aber genau diese SEIN ist so elementar hilfreich und auch verändernd, da so selten! Ein SEIN wie es auch Erich Fromm gemeint haben muss, als er vom Unterschied “Haben oder Sein” schrieb.

Was macht den speziellen Reiz einer Tantramassage aus?

Eine gute Tantramassage ist ein „Körper-Verehrungs-Ritual“ und dauert mindestens 1,5 Stunden. Dabei werden alle Sinne berührt, und der ganze Körper in einen entspannten Zustand geführt.

Wenn dabei auch Energieblockaden gelöst werden, können sinnliche Berührungen am ganzen Körper sehr viel umfassender und genussvoller erfahren werden. Auch die intimen Bereiche werden ausführlich mit einbezogen, ohne den Fokus auf eine starke Erregung mit anschließender Entspannung zu legen.

Sich mit viel Zeit auch in intimen Bereichen vertrauensvoll für Berührungen öffnen zu können, da diese absichtslos gegeben werden, stehen im Kontrast zu unserem ziel- und erfolgsorrientiertem Alltag. Dadurch erlaubt eine Tantramassage bisher ungeahnte Erfahrungen von Genährtsein und im ganzen Körper fühlbar „beheimatet“ zu sein, sowie tief empfundene Entspannung, Verbundenheit und Ekstase.

Was für Erlebnisse darf man sich von Tantra erhoffen?

Regelmäßige Tantramassagen über einen längeren Zeitraum sind ein wunderbarer Prozess über den Körper und im Kontakt mit einem anderen Menschen, immer tiefer in die Stille, Freude, Dankbarkeit, Lust, Heilung, Vertrauen, auch allgemein das Vertrauen ins Leben, und damit den Sinn des jeweils eigenen Lebens zu kommen.

Was erleben viele nachdem sie mit Tantra in Kontakt gekommen sind?

Sie sind erst einmal erstaunt und beglückt, was alles durch ihren Körper erfahrbar wird, und wollen dann meist mehr über diesen Weg erfahren. Wenn Paare diese Erfahrung gemeinsam erleben, sind sie im Anschluss viel entspannter, offener, vertrauensvoller und liebevoller miteinander. Sie erfahren dann eine ganz neue Verbindung, die ich „Kommunikation des Herzens“ nenne: Wünsche, und falls vorhanden Zweifel und Ängste, können viel leichter geäußert und Lösungswege gemeinsam entwickelt werden.

Was sind wichtige Voraussetzungen, wenn man mit dem Partner das erste Mal in die tantrische Welt eintritt?

Das Wichtigste dabei ist eine möglichst offene, achtsame und ehrliche Kommunikation und viel Respekt vor der göttlichen Natur im Wesen des Partners.

Und viel Zeit und Geduld!!!!!

Wie sollten sich Neulinge an Tantra herantasten?

Es gibt hierzu ganz wunderbare Bücher und seriöse Tantramassagepraxen, die sich u.a. auch über den Tantramassage-Verband zusammengeschlossen haben. Diese bieten regelmäßige Informationsgespräche oder Info-Abende rund um das Thema Tantra, Spiritualität und Sexualität. Auch in meiner Praxis in Bremen finden monatlich solche Treffen statt.

Viele Studios bieten Tantramassagen an? Auf was sollte ich da achten?

Auf die eigene Intuition!

An der Darstellung auf der Website einer Massagepraxis ist sehr schnell erkennbar, ob die Angebote sich einseitig „sexualisiert“ an ein zahlungskräftiges und vorrangig männliches Klientel wendet oder es ein umfangreiches, auch Vertrauen aufbauendes Angebot jenseits erotischer Dienstleistungen gibt.

Ich bin neugierig geworden. Wie binde ich Tantra in meine Partnerschaft ein?

Es ist wichtig sich die Zweit zu gönnen, sich erst einmal langsam selbst zu entdecken. Dabei ist es wichtig immer in Kommunikation und Kontakt mit meinem Partner/ Partnerin zu bleiben, damit diese/r nicht Angst bekommt, mich zu verlieren, nur weil ich meinen Erfahrungsraum lustvoll erweitern möchte. Gute Tantramasseur/innen stehen hier jederzeit beratend zur Seite.

Wenn dies gelingt, entsteht eine wunderbar leicht wirkende Anziehung, da die Energie auch zwischen den Partnern zunehmend kraftvoll und leichter fließt.

Liebe Gönna, vielen Dank für den spannenden Einblick.

Tantramasseurin Anna Gönna Pezely war nach ihrem Studium an der Universität Bremen von 1981 bis 1996 in verschiedensten selbstverwalteten Projekten mit Kindern und Jugendlichen, unter Anderem auch dem Mädchenhaus Bremen, tätig. Zu dieser Zeit war Massieren ein liebgewonnenes Hobby. Im Mai 2000 gründete sie die Namyo Massagepraxis in Bremen. Seit 2013 bietet sie zusätzlich Reiseangebote mit Massagen von Grönland bis Marokko an.